Bedeutung der Sportmedizin

Regelmäßige körperliche Aktivität gehört zu den am besten untersuchten Einflussfaktoren auf die Gesundheit. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt Erwachsenen zwischen 150 und 300 Minuten moderate oder 75 bis 150 Minuten intensive aerobe Aktivität pro Woche, ergänzt durch muskelkräftigende Übungen an mindestens zwei Tagen.

Bewegungsmangel ist mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen, muskuloskelettale Beschwerden und psychische Belastungen verbunden. Bereits eine moderate, schrittweise Steigerung der körperlichen Aktivität kann sich günstig auf Herz-Kreislauf-System, Stoffwechsel und das psychische Wohlbefinden auswirken.

 

Sportmedizinische Vorsorge
Die sportmedizinische Vorsorgeuntersuchung dient der Einschätzung der individuellen körperlichen Belastbarkeit – etwa vor dem Wiedereinstieg ins Training, vor Wettkampfteilnahmen oder bei kardiovaskulären Risikofaktoren. Sie ist in der Regel keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung; viele gesetzliche Kassen bezuschussen die Untersuchung jedoch im Rahmen ihrer Bonusprogramme. Eine entsprechende Bescheinigung stellen wir auf Wunsch aus. Privatversicherte und Selbstzahler werden nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet; den voraussichtlichen Kostenrahmen besprechen wir individuell vor der Untersuchung.

Sportbezogene Beschwerden
Bei sportbezogenen Beschwerden – etwa unklarer Leistungsminderung, belastungsabhängigen Schmerzen oder muskuloskelettalen Problemen – gehen wir der Ursache im Rahmen der hausärztlichen und chirotherapeutischen Versorgung nach. Sofern eine spezielle Fragestellung an die Sportorthopädie oder Sportkardiologie besteht, vermitteln wir gerne den Kontakt zu spezialisierten Kolleginnen und Kollegen.

 

Bewegung mit Verstand – nicht jedem Trend hinterher.

In einer Zeit, in der Fitness-Tracker, Hochleistungsprotokolle und Selbstoptimierungsprogramme Hochkonjunktur haben, möchte ich in meiner Praxis einen anderen Weg gehen: einen klaren, evidenzbasierten – und vor allem alltagstauglichen.

Die Datenlage zur körperlichen Aktivität ist eindeutig: Regelmäßige, moderate Bewegung trägt nachweislich zur Gesundheit bei – über alle Altersgruppen hinweg. Sport muss nicht extrem sein, um zu wirken. Die wirksamsten Faktoren für ein gesundes Leben sind keine spektakulären Trainingsregime oder spezielle Nahrungsergänzungen, sondern: regelmäßige Bewegung im Alltag, ausreichend Schlaf, eine ausgewogene Ernährung, ein bewusster Umgang mit Stress und tragfähige soziale Beziehungen.

Natürlich kann eine differenzierte sportmedizinische Diagnostik im Einzelfall sinnvoll sein – etwa bei Risikofaktoren, vor intensiveren Trainingsumfängen oder bei spezifischen Beschwerden. Aber ich möchte klar differenzieren zwischen medizinisch sinnvollen Untersuchungen und dem, was als Lifestyle vermarktet wird.

Gesundheit ist kein Produkt. Ich unterstütze Sie nicht mit Patentrezepten, sondern mit einer realistischen, ehrlichen und individuell zugeschnittenen Einschätzung Ihrer Belastbarkeit.

Ihr
Dr. med. Marc Schönherr

Sportmedizin in unserer Praxis

Unsere sportmedizinische Sprechstunde  orientiert sich an den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) und umfasst die Grunduntersuchung sowie – auf Indikation – eine ergänzende Belastungsuntersuchung.

Grunduntersuchung:
Die Grunduntersuchung bildet die Basis jeder sportmedizinischen Vorsorge. Sie beinhaltet eine ausführliche Sport-, Trainings- und Krankheitsanamnese, eine körperliche Untersuchung mit Schwerpunkt auf Herz-Kreislauf-System, Lunge und Bewegungsapparat, ein Ruhe-EKG, eine Blutdruckmessung in Ruhe, anthropometrische Werte (Körpergröße, Gewicht, BMI), einen Urinstatus, eine Lungenfunktionsprüfung (Spirometrie) sowie Basislaborwerte nach individueller Indikation. Abschließend erfolgt eine ärztliche Beratung mit Trainings- und Bewegungsempfehlung.

Belastungsuntersuchung:
Auf Indikation – beispielsweise ab dem 35. Lebensjahr vor intensiverer sportlicher Aktivität, bei kardiovaskulären Risikofaktoren oder vor Wettkampfteilnahmen – ergänzen wir die Grunduntersuchung um ein Belastungs-EKG am Fahrradergometer mit Aufzeichnung von Herzfrequenz, Blutdruck und subjektivem Belastungsempfinden. Die Auswertung dient als Orientierungshilfe für eine individuelle Trainingsplanung.

Was wir nicht anbieten:
Die Spiroergometrie (Atemgasanalyse unter Belastung) ist nicht Bestandteil unserer Sprechstunde. Für eine leistungssportorientierte Diagnostik dieser Art verweisen wir gerne an sportmedizinische Schwerpunktpraxen und sportmedizinische Institute in der Region.

Wann eine Untersuchung sinnvoll sein kann:
Eine sportmedizinische Untersuchung kann insbesondere vor dem (Wieder-)Einstieg in regelmäßiges Training nach längerer Pause, vor einer geplanten Trainingsintensivierung, ab dem 35. Lebensjahr vor intensiverer sportlicher Aktivität, bei kardiovaskulären Risikofaktoren wie Bluthochdruck, erhöhten Blutfettwerten, Diabetes mellitus oder familiärer Vorbelastung, vor Wettkampfteilnahmen sowie bei sportbezogenen Beschwerden oder unklarer Leistungsminderung hilfreich sein. Auch im Rahmen der Schulsport- oder Vereinstauglichkeit – sofern eine sportärztliche Bescheinigung gefordert wird – ist eine Untersuchung in unserer Praxis möglich.

Die DGSP empfiehlt für sportlich aktive Menschen je nach Alter, Trainingsumfang und Vorerkrankungen eine sportmedizinische Untersuchung in regelmäßigen Abständen – orientierend alle ein bis zwei Jahre.

Verlaufskontrollen:
Im Anschluss an eine Erstuntersuchung oder bei bekannten Vorerkrankungen bieten wir Verlaufskontrollen an. Dabei werden Trainingsverlauf und Belastungsverhalten anamnestisch erfasst, relevante Untersuchungen (zum Beispiel Ruhe-EKG, Blutdruck, Belastungs-EKG) bei Bedarf wiederholt und die Trainings- und Bewegungsempfehlungen entsprechend angepasst. Bei Bedarf erfolgt die Abstimmung mit weiteren behandelnden Ärztinnen und Ärzten.

Vorbereitung auf die Untersuchung:
Am Untersuchungstag bitte keine intensive Belastung vorab und etwa zwei Stunden vor dem Termin keine schwere Mahlzeit einnehmen. Auf koffeinhaltige oder stimulierende Getränke am Untersuchungstag bitte verzichten. Bei regelmäßiger Einnahme von Medikamenten – insbesondere Betablockern – bitte vorab Rücksprache, ob diese vor der Untersuchung pausiert werden sollen. Bringen Sie bequeme Sportkleidung, Sportschuhe sowie ggf. vorhandene Vorbefunde mit. Planen Sie für die Erstuntersuchung etwa 60 bis 90 Minuten ein.

Kostenerstattung
Zahlreiche Krankenkassen beteiligen sich an den Kosten – je nach Satzung mit Beträgen zwischen rund 100 € und bis zu 300 € pro Untersuchungszeitraum. Versicherte klären die individuelle Erstattung vor dem Termin mit ihrer Krankenkasse, insbesondere zu erstattungsfähigen Modulen (Basis, erweiterte Untersuchung, Laktatdiagnostik) und Intervallen.

Abrechnung in der Praxis
Die Untersuchung wird als individuelle Gesundheitsleistung nach GOÄ privatärztlich abgerechnet. Vor der Leistungserbringung wird eine schriftliche Vereinbarung gemäß § 18 BMV-Ä geschlossen, die Umfang und Kosten transparent ausweist. Die Rechnung reichen gesetzlich Versicherte anschließend bei ihrer Krankenkasse zur Erstattung ein. Privatversicherte rechnen nach individuellem Tarif ab; Erstattungsfähigkeit und Umfang hängen vom Versicherungsvertrag ab.